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Arbeitszufriedenheit: Definition & Faktoren

Habt Ihr Euch jemals gefragt, warum einige Unternehmen über ein starkes Miteinander verfügen, während andere mit einer hohen Mitarbeiterfluktuation und einer geringen Leistungsfähigkeit im Team zu kämpfen haben? Die Antwort könnte in einem oft unterschätzten Faktor liegen: der Arbeitszufriedenheit.

Arbeitszufriedenheit Definition

Arbeitszufriedenheit bezieht sich auf die Gesamtheit der Gefühle, Gedanken und Einstellungen, die Mitarbeitende in Bezug auf ihre Arbeit haben. Dies umfasst nicht nur das Verhältnis zur Tätigkeit selbst, sondern auch zu Kolleg:innen, Vorgesetzten, den Arbeitsbedingungen und der Unternehmenskultur.

Arbeitszufriedenheit nach Bruggemann (1974)

Soll Ist Grafik

Das Bruggemann-Modell unterscheidet sechs verschiedene Ausprägungen von Arbeitszufriedenheit bzw. -unzufriedenheit, wobei die individuellen Bedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiter:innen den realen Jobbedingungen gegenübergestellt werden. Je nachdem, wie dieser Soll-Ist-Vergleich ausfällt, ergeben sich folgende Formen:

  • Progressive Arbeitszufriedenheit: Diese tritt auf, wenn die individuellen Bedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiter:innen mit den Arbeitsbedingungen übereinstimmen.
  • Stabilisierte Arbeitszufriedenheit: Hier sind die individuellen Erwartungen weitgehend erfüllt und es gibt nur geringfügige Abweichungen zwischen Soll und Ist.
  • Resignative Arbeitszufriedenheit: Mitarbeitende nehmen ihre Arbeitssituation passiv hin und senken ihre Ansprüche, um wieder ein Gleichgewicht zwischen Ist und Soll herzustellen.
  • Pseudo-Arbeitszufriedenheit: Obwohl individuelle Bedürfnisse und Erwartungen nicht erfüllt werden, sind Mitarbeitende aufgrund externer Faktoren, wie z.B. hoher Bezahlung, dennoch oberflächlich zufrieden.
  • Fixierte Arbeitsunzufriedenheit: Hier bleiben Mitarbeiter:innen trotz unerfüllter Bedürfnisse und Erwartungen passiv und suchen nicht aktiv nach Lösungen für ihre Unzufriedenheit.
  • Konstruktive Arbeitsunzufriedenheit: Die konstruktive Arbeitsunzufriedenheit tritt auf, wenn Mitarbeitende aktiv nach Lösungen suchen, um ihre Situation zu verbessern.

Faktoren der Arbeitszufriedenheit

Die Arbeitszufriedenheit entsteht durch eine Vielzahl von Faktoren, die miteinander in Wechselwirkung stehen. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass ein hohes Gehalt allein die einzige oder wichtigste Quelle der Zufriedenheit ist. Tatsächlich spielen viele andere Faktoren ebenso eine zentrale Rolle. Der Arbeitspsychologe Frederick Herzberg stellte in seiner Zweifaktorentheorie (Herzberg, 1959) fest, dass Arbeitszufriedenheit nicht nur durch die Abwesenheit negativer Faktoren (Hygienefaktoren) entsteht, sondern vor allem durch das Vorhandensein positiver, motivierender Elemente (Motivatoren).

Die wichtigsten Einflussfaktoren:

Entwicklungsmöglichkeiten: Weiterbildungen und vielseitige Karrierechancen.
Art der Aufgaben: Interessante Projekte & abwechlungsreiche To-Do´s, Sinnhaftigkeit.
Arbeitsbedingungen: Marktgerechte Entlohnung, Beschäftigungssicherheit uvm.
Arbeitsumfeld: Ergonomische Arbeitsplätze, funktionierende Technik, gute Beleuchtung & Belüftung, kostenfreie Getränke etc.
Gutes Betriebsklima: Offene Kommunikation, respektvolles und harmonisches Miteinander, Teamevents.
Führung & Management auf Augenhöhe: Empathie, positive Grundhaltung, Entscheidungsfähigkeit.
Work Life Balance: Urlaubstage, regelmäßige Pausen, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten.
Wertschätzung: Anerkennung durch regelmäßiges Feedback, Danksagungen oder Ehrungen.

Arbeitszufriedenheit Auswirkungen

Die Arbeitszufriedenheit hat eine direkte Auswirkung auf viele Bereiche der Unternehmensperformance und ist eng mit dem Betriebserfolg verknüpft. Zahlreiche Studien belegen, dass zufriedene Mitarbeitende nicht nur produktiver sind, sondern auch innovativer und loyaler gegenüber ihrem Unternehmen.

  • Steigerung der Produktivität: Laut einer Studie der Universität Oxford (2023) sorgen zufriedene Mitarbeitende für bessere Betriebsergebnisse. So erzielten die Top 100 glücklichsten Unternehmen 20% mehr Kapitalrendite (Return of Investment). 
  • Mitarbeiterbindung und -loyalität: Zufriedenheit führt zu weniger Fluktuation und spart Unternehmen Kosten, die mit der Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mitarbeitenden verbunden sind.
  • Bessere Innovationskraft: Ein positives Arbeitsumfeld fördert Kreativität und Innovation. Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen, sind eher bereit, neue Ideen einzubringen und Risiken einzugehen.
  • Reduktion von Krankheitstagen und Stress: Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat einen direkten Einfluss auf das körperliche und psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden.

Fazit

Arbeitszufriedenheit ist mehr als nur eine Frage des Gehalts. Sie ist das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren, die miteinander interagieren – von der Art der Arbeit und den Arbeitsbedingungen bis hin zur Führungskultur und den Entwicklungsmöglichkeiten. Als Führungskraft habt Ihr die Möglichkeit, durch gezielte Maßnahmen wie Feedbackgespräche, flexible Arbeitszeiten oder Teambuilding die Zufriedenheit Eures Teams aktiv zu beeinflussen. Ihr benötigt professionelle Unterstützung bei der Umsetzung teambildender Maßnahmen? Dann meldet Euch gerne jederzeit bei uns!

Eure Ansprechpartnerin:

Sharlene Winter

Sharlene Winter
Teamevent Expertin

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    Über mich

    Katrin Adler

    Katrin

    Katrin ist seit 2020 Head of Marketing bei Herzbluttiger Events. Mit ihrer Leidenschaft für kreatives Schreiben bringt sie Leben auf die Webseite und verleiht Blogartikeln authentische Akzente. So kommt kaum ein Text ohne mindestens ein Wortspiel aus!😉 Schreibmotto: "Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben."

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